Battambang

17 Mar 2013

An unserem ersten Tag in Kambodscha sind wir nach Battambang gefahren, da wir nicht gleich wieder vollen Tourismus mitbekommen wollten. Auf dem weg dahin haben wir eine nette, fast schon irgendwie an das alte Rom erinnernde Art entdeckt vorwärts zu kommen.

Transportmittel

Battambang selbst ist eine recht verschlafene Kleinstadt, in der Umgebung gibt's aber ein paar nette Dinge zum anschauen. So haben wir uns am ersten richtigen Tag einfach ein Tuktuk mitsamt Fahrer gemietet (für 20 USD fast den ganzen Tag) und uns ein bisschen rumfahren lassen. Unsere erste Station auf dieser Fahrt war der Bamboo Train.

Bahnhof, wenn man so will

Diese Holzwagons, wenn man es denn so nennen will, werden einfach auf 2 Achsen gelegt und mit einer Art Rasenmähermotor (etwas größer) angetrieben. Immer wenn es dann Gegenverkehr gibt, werden die Wagons einfach zerlegt und vom Gleis gehoben.

Gegenverkehr

An der Endstation haben wir dann kurz Pause gemacht und ein paar nette Kinder kennen gelernt deren Englisch besser als das der meisten Erwachsenen ist.

Junge mit selbst gebastelter Brille

Danach gings dann die holprige Strecke wieder zurück zu unserem Tuktuk.

Gleise

Nach dem Bamboo Train gings dann weiter zu Wat Banan, einer Tempelanlage aus dem 11. Jahrhundert.

Tempel

Tempel

Nach den Tempeln haben wir uns auf dem Weg eine ziemlich holprige Straße entlang gemacht. Dabei sind wir zuerst an einer älteren Frau vorbei gekommen die uns mini-Melonen verkauft hat.

Wassermelonen

Ein Stück weiter die Straße, oder viel mehr den Feldweg mit riesen Schlaglöchern lang sind wir dann nochmal stehen geblieben um uns von unserem Tuktuk-Fahrer einiges über die Gegend erzählen zu lassen.

Tuktuk

Dabei haben wir unter anderem auch erfahren dass momentan ziemliche Trockenzeit ist und die dürren Felder die wir sehen sonst eigentlich komplett unter Wasser stehen. Dann wird hier großflächig Reis angebaut und die Leute fischen von dem Weg aus auf dem wir gefahren sind. Des weiteren hat er uns erzählt es sei bis vor kurzem noch ein Problem gewesen, bzw. ist es immer noch, dass unter einigen der Felder immer noch einzelne Minen sind. Die Wege die benutzt werden sind aber inzwischen wohl ungefährlich. Einige Meter weiter haben wir dann noch erfahren, dass man hier die Eier und Jungtiere einer Ameisenart die Ihr Nest in den Bäumen aus Blättern baut isst und als Medizin verwendet. Das haben wir dann natürlich auch gleich getestet :-)

Ameisen

Da nochmal Respekt vor unserem Fahrer, denn die Ameisen tun im vergleich zu unseren Ameisen daheim echt weh wenn sie beißen und wenn man den Bau zerlegt ist da ja nicht nur eine Ameise... Danach gings dann weiter, noch an einigen Farmhäusern der Einheimischen vorbei,

Farmhäuser

in Richtung unserer letzten Station, den Killing Caves. Diese Höhlen, oder viel mehr löcher die von oben in den Hügel hinein gehen, heißen Killing Caves da hier während des Bürgerkriegs mehr als 1000 Menschen ermordet wurden. Genauer wurden hier Khmer, also Kambodschaner von anderen Kambotschanern erst 3 Tage ohne Essen gefangen gehalten und danach mit einem Schlag auf den Hinterkopf oder ähnlichem über den Rand hinunter in die Höhle gestoßen. Geschehen ist das wenn jemand, vorwiegend Reisbauern und andere schwer arbeitende Leute sich zusätzlich zu ihrer Essesration noch andere Nahrung gestohlen haben oder einfach aus reinem Hunger Tiere die vielleicht jemand anderem gehört haben gegessen haben um zu überleben. Nur wenige haben sowohl den Schlag als auch den Sturz überlebt und konnten unerkennt aus den dann schon mit Leichen gefüllten Höhlen fliehen. Diese grausame Methode sie zu töten hat man verwendet, da Munition damals kostbar war. Heute steht an der Stelle ein buddhistischer Tempel und ein Schrein mit Schädeln erinnert an die Geschehnisse.

Killing Cave

Gleich in der Nähe haben wir dann auch noch etwas wesentlich amüsanteres gesehen: Affen die auf einem Moped saßen und ihr eigenes Spiegelbild entdeckt haben... Ich kann euch sagen das ist noch besser als Katzen und ihr Spiegelbild :-)

Affen und ihr Spiegelbild

Danach gings dann wieder zurück. Nach dem Abendessen haben wir uns dann, nach einer Empfehlung unseres Tuktuk Fahrers, von Blinden massieren lassen. Das kann ich eigentlich nur empfehlen, denn so kann man die unterstützen und bekommt eine super Massage für nicht allzuviel Geld (6 USD pro Stunde). Auf dem Weg dahin ist uns ein kleines Mädchen nachgelaufen. Die kleine war echt richtig nett und währe fast lieber bei uns geblieben als wieder mit ihrem Papa mit zu gehen.

Mädchen

Und so endete unser Aufenthalt in Battambang auch schon wieder. Am nächsten Morgen gings dann weiter nach Siem Reap bzw. Angkor Wat. Doch dazu später mehr.

Published on 17 Mar 2013